Schutzkonzept 30+
Schutzkonzept in der Arbeit mit Menschen um 30+
Schutzkonzept
in der Arbeit mit Menschen um 30+
1. Vorwort
2. Ziel
3. Risiko- Potentialanalyse
4. Leitung und Arbeitsbereiche
5. Mitarbeit im Arbeitsbereich Menschen um 30+
6. Studienfahrten/Familienfreizeit
7. Gruppenarbeit
8. Projektarbeit
9. Umgang mit Nähe und Distanz
1. Vorwort
In der Arbeit für Menschen um 30+ hat Diakon Sascha Wiegand (Mitarbeiter) für seinen Arbeitsschwerpunkt in der Ev. Kirchengemeinde Schwelm folgendes Konzept erarbeitet. Der Schutz der Teilnehmenden für diesen Arbeitsbereich hat für die Ev. Kirchengemeinde dabei höchste Priorität. Entschieden positioniert sich die Ev. Kirchengemeinde gegen jegliche Form der Gewalt und sie möchte für den Arbeitsbereich mit Menschen um 30+ einen geschützten Raum bieten, in dem jede und jeder seine Persönlichkeit frei entfalten kann. Zur Aufrechterhaltung des Schutzes wurde dieses Konzept erstellt. Das Konzept stellt die Grundlage des benannten Arbeitsbereiches dar und ist die Leitlinie für diesen Arbeitsbereich in der Ev. Kirchengemeinde Schwelm. Es stellt auch den Umgang mit dem Thema für die Öffentlichkeit transparent dar.
2. Ziel
Die Ev. Kirchengemeinde Schwelm und der Arbeitsbereich für Menschen um 30+ positioniert sich transparent und klar gegen sexualisierte Gewalt und unangemessene Grenzüberschreitungen. Wir leben im Arbeitsbereich für Menschen um 30+ eine offene Feedback- und Fehlerkultur und reflektieren offen in diesem Arbeitsbereich. Der verantwortliche Mitarbeiter, Diakon Sascha Wiegand ist Vorbild für die teilnehmenden Menschen.
3. Risiko- Potentialanalyse
Der Erstellung dieses Schutzkonzepts liegt eine Risiko-Analyse zu Grunde. Das Kompetenzteam der Ev. Kirchengemeinde Schwelm für die Erarbeitung der Schutzkonzepte der unterschiedlichen Arbeitsbereiche in der Ev. Kirchengemeinde Schwelm hat die unterschiedlichen Arbeitsbereiche der Kirchengemeinde ausführlich und genau betrachtet. Dabei wurde sowohl festgestellt, welche präventiven Maßnahmen zum Schutz von Menschen in der Gemeinde bereits in unseren Strukturen verankert sind, als auch welche Risiken noch bestehen. Von den identifizierten Risiken wurden Maßnahmen abgeleitet, um diese zu minimieren. Betrachtet wurden für den Arbeitsbereich für Menschen um 30+ die Bereiche: Gruppenarbeit, Studienfahrten, Familienfreizeiten, Arbeit mit ehrenamtlichen Mitarbeitenden und Projektarbeit. Dabei wurden jeweils besonders Themen wie die Zielgruppe, das Team, Umgang mit Na?he, Distanz und Privatspha?re und Ra?umlichkeiten besprochen.
4. Leitung und Arbeitsbereiche
Verantwortlichkeiten sind in der Ev. Kirchengemeinde Schwelm klar geregelt. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts untersteht die Ev. Kirchengemeinde Schwelm dem Gesetz. Der Präsens (Vorsitzender des Presbyteriums) der Ev. Kirchengemeinde Schwelm hat die Geschäftsführung inne. Die Personalverantwortung für den verantwortlichen Mitarbeiter für die Arbeit mit Menschen um 30+ liegt beim Superintendenten des Ev. Kirchenkreises Schwelm. Die Fachaufsicht beim Presbyterium der Ev. Kirchengemeinde Schwelm. Der verantwortliche Mitarbeiter wird regelmäßig (alle 4 Jahre) vom Superintendenten und dem Presbyterium mit dem Einreichen eines Führungszeugnisses überprüft. Im Fall eines Verdachtes oder im Ernstfall gibt es ein Notfallmanagement mit Krisenintervention, seitens des Kompetenzteams.
5. Mitarbeit im Arbeitsbereich Menschen um 30+
Alle Personen, die im Arbeitsbereich Menschen um 30+ aktiv sind, sind im Umgang mit sexualisierter Gewalt geschult und reichen in regelmäßigen Abständen ein erweitertes Führungszeugnis vor. Darüber hinaus gilt die „Selbstverpflichtung zu den Themen Vernachlässigung und Gewalt, insbesondere sexualisierter Gewalt in der Arbeit mit Menschen um 30+, (siehe Anlage) als Grundlage für den Umgang untereinander. Alle Mitarbeitenden müssen sich ihrer Vorbildfunktion gegenüber Teilnehmenden und anderen Mitarbeitenden jederzeit bewusst sein. Das beinhaltet auch Sprache, Verhalten, Kleidung, Umgang mit Alkohol, Umgang mit Informationen, Wertschätzung aller Personen, Achtung der Privatsphäre und ein transparenter Umgang zum Thema Kontakte mit Teilnehmenden. Der Arbeitsbereich Menschen um 30+, der Ev. Kirchengemeinde Schwelm möchte eine offene Feedback- und Fehlerkultur leben. Das beinhaltet zum einen, dass Maßnahmen im Nachhinein lösungs- und zukunftsorientiert reflektiert werden. Hierbei wünschen wir uns einen konstruktiven und wertschätzenden Ton. Zum anderen bestärken wir einander darin eigene Grenzen mutig zu formulieren und Unterstützung anzunehmen. Fehler können passieren und sind für uns eine Chance für die ganze Gemeinschaft in Zukunft Verhalten zu ändern. Eine wertschätzende und gewaltfreie Kommunikation ist uns wichtig!
6. Studienfahrten/Familienfreizeit
Ein wichtiger Arbeitsbereich des Arbeitsbereiches Menschen um 30+ sind die Studienfahrten und erstmals 2026 die Familienfreizeit. Diese finden in angemieteten Bildungsstätten oder Hotels, im In- und Ausland statt. Es nehmen auch Menschen mit besonderen Lebenslagen an unseren Maßnahmen teil. Diese stufen wir als besonders schutzbedürftig ein. Die Teilnehmenden und der zuständige Mitarbeiter der Ev. Kirchengemeinde Schwelm verbringen während dieser Maßnahmen mehrere Tage gemeinsam auf engem Raum. Daher ist es notwendig einen passenden Rahmen und passgenaue Regelungen für das Zusammenleben festzulegen, um Grenzüberschreitungen offen und transparent wahrnehmen und nach Bedarf intervenieren zu ko?nnen. Die Begegnung und der respektvolle Umgang untereinander ist ein essenzieller Teil unserer Arbeit und soll auch im Rahmen des Schutzkonzeptes möglich sein. Hierbei soll ein sicheres Umfeld entstehen, in dem sich alle wohlfühlen. Unsere Maßnahmen sollen jedoch immer selbstbestimmt und im Rahmen der eigenen Fähigkeiten geschehen.
Maßnahmen:
- Für alle Programme in der Arbeit mit Menschen um 30+ gilt die choice-voice-exit-Regel: Jeder kann jederzeit entscheiden, mitmachen oder aussteigen.
- Wir intervenieren bei sexuell anzüglichem und provozierendem Verhalten.
- Wir intervenieren bei sexualisiertem Sprachgebrauch, der andere diskriminiert oder verletzt.
- Es erfolgen Sonderabsprachen zwischen der oder dem Teilnehmenden mit dem Mitarbeiter.
- Grenzen des Mitarbeiters werden wahrgenommen und akzeptiert.
- Maßnahmen im Ausland bedu?rfen angepasster Regelungen an die Lokalita?t und liegen in der Verantwortung des Mitarbeiters.
- Grundsätze sind hierbei:
- So viel Freiheit wie möglich, so viel Regelung wie nötig.
- Schaffung eines allgemeinen Schutzraumes.
- Formulierung von Regeln für persönliche und öffentliche Bereiche.
7. Gruppenarbeit
Ein weiterer Arbeitsbereich für Menschen um 30+ ist die Gruppenarbeit. Die Teilnehmenden dieser „halboffenen“ Gruppenarbeit sind weitestgehend bekannt. Die Kontaktdaten der Teilnehmenden sind bei regelmäßiger Teilnahme erhoben und werden durch den Mitarbeiter verwaltet. Die Gruppenangebote finden vorwiegend in den eigenen Räumlichkeiten (Pertus- und Paulus-Gemeindehaus) der Ev. Kirchengemeinde Schwelm statt. Es nehmen auch Menschen mit besonderen Lebenslagen an den Treffen teil. Diese stufen wir als besonders schutzbedürftig ein. Die Gruppenstunden werden mithilfe transparenter Regelungen, einem festen Rahmen und konzeptionell festgelegtem Programm durchgeführt. Grenzüberschreitungen werden offen und transparent wahrgenommen und es wird dem Bedarf entsprechend interveniert. Die Gruppestunde findet in einem geschützten Räumlichkeiten statt. Die Privatsphäre der Gruppe wird geachtet.
8. Projektarbeit
Neben den Angeboten im Arbeitsbereich mit Menschen um 30+, gibt es auch Projekte und Sonderaktionen. Hierzu zählen beispielsweise Feste, Vater-Kind-Frühstücke, Vater-Kind-Arbeit und Schulungsangebote. Die Zielgruppen der Projekte erstrecken sich über alle Altersstufen und stehen in der Regel allen Geschlechtern offen. Vereinzelt gibt es auch geschlechterspezifische Angebote. Die Projekte sind Angebote, zu denen es in der Regel eine Anmeldung benötigt. Da auch fremde Personen an den Projekten teilnehmen dürfen, ist eine erhöhte Aufmerksamkeit der Mitarbeitenden erforderlich, um alle Personengruppen im Auge zu behalten. Auch die Aufsichtspflicht muss im Einzelfall klar geregelt sein, besonders wenn Erziehungsberechtigte der Teilnehmenden anwesend sind.
Maßnahmen:
- Jedes Projekt hat ein eigenes Konzept und festgelegte Rahmenbedingungen.
- Die Aufsichtspflicht wird je nach Projekt festgelegt und klar kommuniziert.
9. Umgang mit Nähe und Distanz
Im Miteinander unserer Arbeit ist uns ein guter Umgang mit Nähe und Distanz auf allen Ebenen wichtig. Dazu gehört, dass sowohl der hauptamtliche Mitarbeiter sowie alle ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen verantwortungsbewusst mit dem Kontakt zu den Teilnehmenden umgehen und persönliche Grenzen innerhalb und außerhalb der Veranstaltungen sowohl von Mitarbeitenden als auch von Teilnehmenden geachtet werden. Besonders wichtig ist das Thema in Bezug auf Übernachtungssituationen. Die Unterbringung der Teilnehmenden und Mitarbeitenden erfolgt, soweit möglich, voneinander getrennt. Dabei ist die geschlechtliche Identität sensibel zu beachten. Eine geschlechtergetrennte Unterbringung ist zu gewährleisten. Auch bei Programmpunkten, die einen gemeinsamen Schlafplatz vorsehen, muss ein abgetrennter Rückzugsraum gewährleistet sein. Dies gilt sowohl für Teilnehmende als auch für Mitarbeitende. Den Mitarbeitenden wird die Möglichkeit geboten geschlechtergetrennt zu übernachten, bzw. sich umzuziehen. Schlafräume werden nur von den bewohnenden Personen betreten, bzw. nach transparenter Absprache mit den Teilnehmenden. Es ist darauf zu achten, dass die Privatsphäre in den Sanitärbereichen gewahrt werden kann.
Beteiligte für dieses Schutzkonzept:
Diakon Sascha Wiegand: Hauptamtlicher Mitarbeiter im IPT und Verantwortlicher für die Arbeit mit Menschen um 30+


