Besuch der NS Ordensburg Vogelsang

Am letzten Wochenende im April haben wir, 15 Teilnehmer aus Schwelm und Umgebung, eine Burg besichtigt, die oberhalb des Urftstausees in der Eifel liegt. Von dort hat man einen fantastischen Blick über die umliegenden Hügel und Täler, die heute Teil des Nationalparks Eifel sind.

Bewohner der Burganlage waren jedoch keine Ritter oder mittelalterlichen Fürsten, sondern Menschen, die sich selbst gerne als Herrenmenschen bezeichnet haben. Hier wurde der Nachwuchs der NSDAP ausgebildet und ideologisch geschult. 

Bereits im Jahr 1934 wurde mit dem Bau der rund 100 Hektar großen Anlage begonnen und auch wenn die Anlage nie beendet wurde – umfangreiche Erweiterungspläne für ein Erholungsheim,  riesige Sportstätten und weitere Gebäude lagen schon vor – konnte bereits im Jahr 1936 mit dem Unterricht begonnen werden.

Während wir am Samstagvormittag Informationen über die bauliche Anlage der Ordensburg, die Bauzeit und die Nutzung der einzelnen Gebäude bekommen haben, haben wir nachmittags beim Besuch der Dauerausstellung „Bestimmung: Herrenmensch“ versucht herauszufinden, was es für Menschen waren, die dorthin kamen. Was hatten sie für Vorstellungen, was für Erwartungen und hätten sie auch „nein“ sagen können? Was machte den Nationalsozialismus so anziehend für diese Menschen, dass sie sich dieser menschenverachtenden Ideologie vollständig untergeordnet haben.

Den meisten von uns gingen dabei sicher ganz aktuelle Ereignisse durch den Kopf und die Frage, wie sich solche politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen erkennen und verhindern lassen und vielleicht auch, welchen Beitrag jeder dazu leisten kann.

In den besetzten Gebieten im Osten Europas wurden schließlich mehrere Hundert „Ordensburgmänner“, die sich auch gerne „Junker“ nannten, zu Tätern und Mittätern an den nationalsozialistischen Verbrechen.

Gewohnt haben wir im Gästehaus K 13, einem ehemaligen Kameradschaftshaus, das mitten in der Anlage der Ordensburg liegt.

Zwischen den Programmpunkten, bei den Mahlzeiten oder abends beim Zusammensein war dann Gelegenheit, sich über die Eindrücke des Tages auszutauschen.

Abschluss des Wochenendes war am Sonntag eine geführte Wanderung durch den Nationalpark Eifel mit Informationen zu den Zielen des Nationalparks und dazu, was das Motto „Natur, Natur sein lassen“ bedeutet. 

Klaus Limpert



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