Christuskirche — Geschichte und Daten

CK-Nacht Henkel
Foto: Henkel

Unter der Überschrift “Soli deo gloria“ (Allein Gott die Ehre) stehen im Vorraum der Christuskirche die wichtigsten Daten der Geschichte der Schwelmer Kirchen vermerkt. Sie geben auch einen Einblick in die wechsel- und notvolle Geschichte des Dorfes und der Stadt Schwelm.

1085
Unsere Kirche liegt an einer zentralen Stelle der “Schwelmer Mulde“ etwas erhöht auf einem dem Fronhof vorgelagerten, heute kaum noch wahrnehmbaren Hügel. Hier haben schon viele Kirchen gestanden, alle kleiner als die heutige. Wann neben dem wohl um 800 gegründeten “Fron“hof eine Kapelle gebaut wurde, ist nicht bekannt.

Erstmals wird im Jahre 1085 eine Kirche in Schwelm urkundlich erwähnt. Sie war ursprünglich eine Eigenkirche des Erzbischofs von Köln. Das dazu gehörige Kirchspiel war groß. Es reichte von Barmen bis Voerde / Gevelsberg und von Herzkamp / Hiddinghausen bis zur Wupper und war etwa 120 km groß.

1225
Eigentlich sollte der Kölner Erzbischof Engelbert am 7.11.1225 die neue Kirche in Schwelm weihen. Aber er wurde von der Reise vom Landtag in Soest am Lindengraben in einem Hohlweg, der den Gevelsberg hinaufführte, von einem Sohn seines Vetters, dem Grafen Friedrich von lsenburg, aus politischen Gründen ermordet. Die Leiche des Erzbischofs durfte nicht einmal in der noch nicht geweihten Kirche aufgebahrt werden. Sie wurde zunächst nach Schloss Burg gebracht.

1522
1520 brannte das Dorf Schwelm zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre ab, nun auch die Kirche und das Pfarrhaus. Eine neue Kirche wurde. (wahrscheinlich) 1522 geweiht.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden evangelische Lieder in ihr gesungen. Zwischen 1585 und 1590 bekennen sich die meisten Christen der Schwelmer Gemeinde zum evangelischen (,‚lutherischen“) Glauben. Im Archiv der Kirchengemeinde befinden sich Unterlagen über den Wunsch der Schwelmer, nach dem Tode ihres „Reformators“, Pastor Hildebrand Linderhaus, einen evangelischen Pastoren als Nachfolger zu erhalten. (Siehe Buch: „900 Jahre Kirche in Schwelm‘)

1590 wird Schwelm endgültig Stadt (erstmals 1496). Nach dem 30-jährigen Krieg wird 1656 neben der lutherischen eine reformierte Gemeinde gegründet. Sie trifft sich in dem Haus in der Kölner Straße 1 (heute: Gaststätte). Nach dem Stadtbrand 1722 wird 1724 eine reformierte Kirche auf dem Grundstück eingeweiht, auf dem heute das Petrus - Gemeindehaus steht (direkt gegenüber der Christuskirche).

1682 wird die römisch-katholische Gemeinde wieder gegründet. Die Kirche steht zuerst Ecke Bahnhofstraße / Untermauerstraße, nach dem Stadtbrand von 1822 auf der anderen Straßenseite an der heutigen Stelle.

1739
Die lutherische Kirche hatte wohl auch durch den Stadtbrand 1722 gelitten, sie war außerdem zu klein geworden. So wurde sie 1736 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Nur der Turm blieb stehen. Die am 13.11.1739 geweihte Kirche erhielt 1811 eine neue Turmspitze, einen Zwiebelturm.

CK-innen Henkel
Foto:Henkel

1849
Durch Unvorsichtigkeit von Arbeitern auf dem Kirchendach brach am 8.8.1836 erneut ein Brand aus, der die Kirche vollständig zerstörte und damit auch die Glocken aus dem Jahre 1522. Die Ruine war für den Wiederaufbau nicht zu verwenden. Am 27.8.1842 wurde durch König Friedrich Wilhelm IV. der Grundstein für eine neue viel größere Kirche gelegt. Am 18.12.1849 wurde sie mit 2.500 Sitzplätzen (!)- eingeweiht. Das Kirchspiel umfasste bei der Planung der Kirche noch die heutigen Gemeinden Haßlinghausen, Nächstebreck und Milspe.

Die vielen alten Schwelmern vertraute Gestaltung mit Altar, Kanzel, Orgel und die Bemalung des Chorraumes erhielt die Kirche zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Altar, Kanzel und Taufstein aus Holz. Nach dem 1 Weltkrieg wurden die Stirnseiten unter den Emporen im Gedenken an die Gefallenen künstlerisch gestaltet. Jeremia klagt über Jerusalem und Auferweckung des „Jünglings zu Nain“.

Erst 1930 erhielt die “große“ Kirche den Namen “Christuskirche“ und die “kleine“, 1874 erbaute reformierte Kirche, den Namen “Pauluskirche“ 1920 schlossen sich die größere lutherische und die kleinere reformierte Gemeinde zur “Evangelischen Kirchengemeinde Schwelm“ zusammen.

1952
Ein Brandbombenteppich zerstörte am 3.3.1945 die ganze Innenstadt von der katholischen Kirche bis zu den beiden evangelischen Kirchen. Von der Christuskirche blieben nur die Umfassungsmauern und die Turmschäfte stehen. Ein zweiter Angriff am 13.3. sorgte für weitere Zerstörungen. Die Pauluskirche musste danach ganz abgerissen werden.

Der Wiederaufbau der Christuskirche gelang nur durch die Opferbereitschaft der Schwelmer für „ihre“ große Kirche. Am 3. Advent 1947 läuteten erstmals wieder die Glocken von den vorab wieder hergestellten Türmen. Doch erst vom 21.9.1952 an konnten wieder regelmäßig Gottesdienste in der Kirche gefeiert werden. Sie fanden bis dahin in der Notkirche in der Lessingstraße (Kinderheim) und viele Jahre im Vereinshaus Südstraße (7) statt.

Durch eine Bürgerinitiative Mitte der 60-er Jahre wurde erneut eine Sammlungsaktion ins Leben gerufen: für die Turmhelme. Sie krönen seit dem 13./14.5.1968 wieder die Christuskirche. Damit war das alte Stadtbild an dieser Stelle wieder hergestellt.

Zahlen der Christuskirche:

Länge: 51,76m
Breite: 26,38 m
Höhe: ca.58,50 m
Turm: 40,OOm
Helm: 16,00 m
Kreuz auf der Weltkugel: 2,50 m

Sitzplätze: ca. 1200 (damit die zweitgrößte Kirche in Westfalen)

Ernst Martin Greiling

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