Christuskirche — Die Glocken

Die 5 Glocken der Christuskirche sind auf den Nord- und den Südturm verteilt. Im Südturm können wir die Zentrale der Uhr und vor allem drei der fünf Glocken sehen. Zunächst besehen wir in der Höhe der Zifferblätter der Uhr die kleinste von ihnen:

Die „Vater-unser-Glocke“. Sie wiegt trotzdem beachtliche 707 kg. Diese Glocke wird als einzige von Hand geläutet und zwar immer dann, wenn die Gemeinde im sonntäglichen 10 Uhr Gottesdienst das „Vater unser“ betet. Jede der sieben Bitten wird mit einem Schlag hörbar gemacht. So können die Gemeindeglieder, die zu Hause geblieben sind, sie hören und mitbeten.
Die Glocke trägt die Inschrift „3. März 1945“ und erinnert damit an den Bombenangriff dieses Tages auf Schwelm, durch den die ganze Innenstadt und mit ihr die Schwelmer Kirchen zerstört wurden. “Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern...“
Über eine Stahltreppe gelangt man zum Glockenstuhl. Und dort sieht man dann zwei große Glocken. Sie füllen fast den ganzen Raum aus.

Eigentlich kann man diese großen, angerosteten Stahlglocken nur von unten sehen. Man muss sich richtig anstrengen, um die seitlichen Aufschriften zu entziffern.

glockenpeter1 462„Maria“ hängt auf der südlichen Seite des Turmes. Sie ist die größere von beiden. Sie wiegt 2860 kg. Auf ihr steht der Spruch: “Was er euch sagt, das tut.“ Er erinnert an die Geschichte von der Hochzeit zu Kana, in der Maria, obwohl Jesus sie gerade böse angefahren hat, der Bedienung auf der Hochzeitsgesellschaft mit diesem Wort Anweisung erteilt - voll Vertrauen auf ihren Sohn.

„Martin“ steht auf der anderen Glocke (Gewicht 2050 kg) und dazu der Spruch: “Das Wort sie sollen lassen stahn“, der Anfang des vierten Verses aus dem Lied von Martin Luther „Ein feste Burg ist unser Gott“.

Wir warten auf den Viertelstundenschlag. Wenn die Glocke anschlägt, zucken die meisten der Besucher trotz Ankündigung zusammen. Unser Küster ließ früher gerne für die Besucher auch die “Maria“ kurz anschlagen. Bei vollem Geläut könnte es keiner im Glockenstuhl länger aushalten.

Im Nordturm werden die Glocken nur selten besucht. In ihm hängt die größte (4850 kg) und die kleinste (1195 kg) der vier Glocken, die die besonderen gottesdienstlichen Aufgaben wahrnehmen.

„Paulus“ ist die größte und tiefste Glocke. Der Beginn eines alten Osterliedes steht auf ihr: „Christ ist erstanden“, Und „Johannes“ läutet: „Gott ist Liebe“, einen Versteil aus dem 1.Johannesbrief.

Alle Inschriften der Glocken weisen auf die Mitte des Glaubens hin, auf Christus. Unsere Kirche heißt ja auch „Christuskirche“.

Die Glocken haben nach dem zweiten Weltkrieg bereits geläutet, als in der Kirche noch lange nicht regelmäßige Gottesdienste gefeiert werden konnten und der Wiederaufbau Schwelms noch in den Anfängen steckte:

Am 3. Advent 1947 läuteten die von den Familien Albano-Müller und Vits gestifteten Glocken erstmalig. Sie waren mit großer Beteiligung der Gemeinde vom Schwelmer Bahnhof durch die Straßen zur Christuskirche gefahren worden und mit einem Gottesdienst am Altmarkt ihrer Bestimmung übergehen worden.

„Wir dürfen noch einmal mit Gottes Hilfe im Frieden anfangen und unser Land aufbauen. Unsere Kräfte dienen dazu, Frieden zu erhalten“. Unsere Glocken sind darum richtige “Friedens-Glocken“!

Für die Glocken hat das Presbyterium unserer Gemeinde eine Läuteordnung erlassen. Grundsätzlich dürfen sie nur - wie in allen Gemeinden der evangelischen Kirche von Westfalen - zu Gottesdiensten läuten.

Zum sonntäglichen Gottesdienst läuten drei Glocken (ohne Johannes), zu Festgottesdiensten alle vier, zum Passionsgottesdienst Maria und Martin.

Auch zu den Amtshandlungen wird geläutet.

Vor den großen Festtagen wird eine halbe Stunde „gebeiert“. In diesem besonderen Geläut werden die Klöppel der drei Glocken Martin, Maria und Paulus von Hand in einem bestimmten Rhythmus gegen den Glockenmantel geschlagen.

Die Glocken werden auch beim Stundenschlag der Kirchturmuhr eingesetzt. Beim Viertelstundenschlag ist die Martin-Glocke zu hören, beim vollen Stundenschlag die Paulus-Glocke. Zum Gebet ruft die Glocke Maria dreimal täglich drei Minuten lang: um 7 Uhr, um 12 Uhr und um 21 Uhr.

Text nach einem alten Gemeindebriefartikel von Pfr. i.R. Ernst Martin Greiling

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